Folge 35: Die heilige chassidische Frage

Shownotes

Der Ausdruck "The Holy Chassidic Question" wird in den vorliegenden Quellen direkt als "Die heilige chassidische Frage" übersetzt und ist der Titel der Auszüge [New Source Title]. In den chassidischen Lehren, wie sie in den Quellen beschrieben werden, ist die "heilige chassidische Frage" weit mehr als ein Zeichen der Unwissenheit oder ein Defizit. Sie wird vielmehr als eine Offenbarung der Sehnsucht und ein Fenster in die Tiefe der Seele verstanden. Die Quellen beschreiben die Essenz und die vier Dimensionen einer chassidischen Frage: • Ein Ort der Gottsuche: Eine Frage ist ein Ort, an dem der Mensch Gott sucht. Sie wird als ein "Riss im Weltlichen" beschrieben, durch den das "Licht des En Sof" (des Unendlichen) scheinen kann. Es geht nicht darum, schnell beantwortet zu werden, sondern "zu leben, zu brennen, zu tragen, wie ein Gebet ohne Worte". • Heilig und aus der Seele kommend: Fragen sind heilig, weil sie aus der Seele kommen. Der Baal Schem Tov lehrte, dass nicht jeder, der eine Antwort weiß, verstanden hat, aber wer eine echte Frage trägt, bereits im Innersten der Wahrheit ist. Die Frage ist ein Zustand, kein Werkzeug, und ein fragender Mensch ist ein lebender Mensch. • Stufen im Aufstieg der Seele: Fragen sind Stufen auf dem Weg zu Gott. Sie repräsentieren den "Ratzo" – das Laufen, das Streben, das Unzufriedensein mit dem Jetzt. Ohne Frage gibt es keine Bewegung und ohne Sehnsucht keine "Dvekut" (Anhaftung an Gott). • Räume, in die Gott sich hineinzieht: Der Rebbe von Lubawitsch lehrte, dass Gott nicht in der Antwort wohnt, sondern in der Frage, die aus dem Herzen kommt. Die Antwort kann geschlossen sein, aber die Frage bleibt offen wie ein Tor, und "Haschem (Gott) liebt offene Tore". • Brechen des Egos: Das Stellen einer Frage ist ein Eingeständnis von "Ich weiß es nicht. Ich brauche. Ich suche.". In diesem Moment der Demut ist Gott dem Menschen nahe, da Er "das gebrochene Herz liebt, das fragt". Ein Beispiel hierfür ist, dass ein Jude, der keine Antworten mehr hat, laut Rebbe seinen Glauben beginnt, und Gott in der Frage "Warum schweigt Gott?" wohnt. Michael Pinchas Eliyahu, der sich als "Der Fragende unter den Antwortenden" bezeichnet, lädt dazu ein, ihm eine solche Frage mitzuteilen – eine Frage, die man nicht lösen kann, die einen aber näher zu Gott bringt, weil man sie zu stellen wagt. Er verspricht, diese Frage nicht zu beantworten, sondern "mit dir darin zu verweilen".

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